Verbindungsgeschichte

Details

Die Verbindungsgeschichte der Moeno-Franconia ist trotz ihres geringen Alters bereits sehr umfangreich. Für die ausführliche Lektüre sei an dieser Stelle auf die Festschrift zum 50 jährigen Bestehen hingewiesen. Hier kann im Vergleich dazu nur ein einfacher Überblick gegeben werden.

Da die Mutterverbindung K.D.St.V. Hasso-Nassovia ebenfalls zu Frankfurt ansässig ist, kann ein grober Überblick über deren Verbindungsgeschichte mitunter hilfreich sein und die Sicht auf unsere liebe Moeno-Franconia heben. Daher nun die Geschichte unserer lieben Mutter-Verbindung K.D.St.V. Hasso-Nassovia zu Frankfurt im CV bis zur Gründung von K.D.St.V. Moeno-Franconia zu Frankfurt im CV.


Hasso-Nassovia

Seit 1910 besteht die Universität Frankfurt, die aus den 1901 gegründeten Akademie für Sozial und Handelswissenschaften hervorging. Mit der Erhebung der Akademie zur Universität entstanden viele Studentenverbindungen. Mit diesen ging auch unsere Mutterverbindung KdStV Hasso-Nassovia zu Frankfurt im CV am 23.01.1913 aus dem seit 1886 bestehenden Philisterzirkel Moenania hervor. Hierbei folgten zahlreiche CV-Mitglieder des Philisterzirkels begeistert dem
Vorschlag des Philisters Dr. Johannes Werthmann der K.D.St.V. Hercynia zu Freiburg im CV. Die Verbindungsfarben der KdStV Hasso-Nassovia zu Frankfurt im CV (Hessen-Nassau) sind blau und orange für das Nassauerland verbunden durch das silber - heraldisch gleich weiß - für den Vatikan-Staat/Papst/K-Prinzip (weiße Wix, blaue Kneipjacken).

Trotz des Beginns des ersten Weltkrieges und dem Verlust von Verbindungsmitgliedern konnte die KdStV
Hasso-Nassovia zu Frankfurt im CV weiter wachsen. Nach dem ersten Weltkrieg konnte sie sogar die
Fortführung der KdStV Badenia Straßburg zu Frankfurt im CV mit 15 Mitgliedern stützen. In der Wei-
marer Republik wuchs die KdStV Hasso-Nassovia zu Frankfurt im CV weiter und konnte trotz der Schwierigkeiten der Inflationsjahre am 08.05.1929 ein Verbindungshaus am Westendplatz 35 einweihen. Mit der Machtergreifung der Nazis 1933 erlebten alle konfessionellen Verbindungen, so auch die KdStV Hasso-Nassovia zu Frankfurt im CV, Erschwernisse
durch Einschränkungen, dann Kontrolle, Versuche der Gleischschaltung und schließlich Auflösung. Die KdStV Hasso-Nassovia zu Frankfurt im CV löste am 25.04.1936 die Aktivitas auf und nach dem „Himmler-Erlaß“ im Juni 1938 die Verbindung auf.


Am 08.12.46 durfte sich die KdStV Hasso-Nassovia zu Frankfurt im CV mit Genehmigung der alliirten Behörden wiederbegründen. Am 20.07.1947 fand das 34. Stiftungsfest statt. Am 04.05.1949 erhielt die Verbindung erneut die Lizenz von der Universität Frankfurt. Das Haus am Westendplatz 35 war zerbomt, der Finanzielle Erlös aus dem Zwangsverkauf fiel der Inflation zum Opfer. Das Verbindungsleben der KdStV Hasso-Nassovia zu Frankfurt im CV fand zunächst in unterschiedlichen Räumlichkeiten, im Krokodil, in Moogs Bierbar und schließlich im Sichenkeller, im Börsen
keller und auf der Verbindungsetage in der Großen Eschernheimer Gasse bei „Max Leicher“ statt. Ein Verbindungshaus konnte erst 1961 im Oeder Weg 164 erworben und am 26.5.1962 eingeweiht werden. Dort
ist die KdStV Hasso-Nassovia zu Frankfurt im CV bis heute zu finden.

Am 06.05.1950 konnte sich die KdStV Greiffenstein Breslau zu Frankfurt im CV mit der Unterstützung von
fünf Burschen der KdStV Hasso-Nassovia zu Frankfurt im CV wieder begründen. Die Mitgliederzahl der
KdStV Hasso-Nassovia zu Frankfurt im CV nahm anschließend so stark zu, daß am 10.09.1955 KdStV
Moeno-Franconia zu Frankfurt als 100. Verbindung des CV gegründet werden konnte. Anfang der 50er-Jahre
bestand die Hasso-Nassovia aus 216 Alte Herren und 107 Aktive.

 

Moeno-Franconia

Der CC der Mutterverbindung KdStV Hasso-Nassovia zu Frankfurt/Main im CV hat am 22.01.1955 die
Gründung der Tochterverbindung mit dem Namen KdStV Moeno-Franconia zu Frankfurt/Main im CV
beschlossen. Der örtliche Philisterzirkel Moenania und die KdStV Greiffenstein stimmten dem Vorhaben zu.
Leider sprach sich die KdStV Badenia Straßburg gegen die Gründung aus, weswegen ein Beschluß der Cartellversammlung nötig wurde. Am 29.07.1955 hat die Cartellversammlung des CV in Karlsruhe die Gründung mit 186 Zustimmungen und zwei Enthaltungen bei 210 Stimmberechtigen genehmigt. Gründungmitglieder waren als Urphilister: Dr. Hermann Muth, Fritz Mathie (hat das Wappen entworfen), Willi Born, Dr. Eduard Schick, Dr. Engelbert Neubauer, Guido Seibert, Kurt
Feldmann, Georg Sturm sowie Dr. Wolfgang Muth (Sohn von Dr. H. Muth), und als Aktive: Erhard Heibel, Wolfgang Hundt und Winfried Reinhard.

Die Gründung vollzog sich am Samstag, dem 10. September 1955 im Heim, vor den Fahnen und Farben der KdStV Hasso-Nassovia zu Frankfurt im CV in Anwesenheit ihres Altersvorstandes und der Aktiven Chargen als Zeugen. Im Laufe der Feierlichkeitenwurden die Neofüchse Hans-Dieter Kaufmann und Klaus Müller recipiert. Um 19:30 Uhr fand der Gründungsgottesdienst der KdStV Moeno-Franconia zu Frankfurt im CV in der Wahlkapelle des Frankurte
Doms statt. In diese Kapelle, ursprünglich die Bartholomäuskirche, wurde seit der Zeit der Staufer die überwiegende Mehrheit der deutschen Könige gewählt. Später wurden hier auch zahlreiche deutsche Kaise gekrönt. Die Verbindungsfarben sind die Kaiserfarben des heiligen römischen Reiches Deutscher Nation schwarz, gold und rot. Während des Gottesdienste war im Glanze dieser historischen Bedeutung des Ortes das Reliquiar des hl. Bartholomäus ausgestellt. Die Kapelle, der Hochchor, der festlich entfaltete Hochaltar, das kostbare Reliquiar aus dem Haupt des Apo
stels und Martyrers Bartholomäus, dazu Meßgewände aus den Krönungsmessen vergangener Jahrhunderte wurde in großzügiger geistlicher Gasfreundschaft vom Stadtpfarrer Prälat Eckert, Philister der KdStV Hasso Nassovia zu Frankfurt im CV, zur Verfügung gestellt.

Die Festpredigt hielt der spätere Bischof von Fulda AH Prof. Dr. Eduard Schick. AH Dr. Idesbald Eicheler, der damalige Abt des Cisterzienserklosters von Marienstatt, celebrierte zusammen mit AH Pfarrer Georg Sturm die heilige Messe. Vier Aktive der KdStV Moeno-Franconia zu Frankfurt im CV ministrierten. Das erste gemeinsame Lied der neuen Bundesbrüder war Lobet den Herren (Gotteslob 258), das erste gemeinsame Gebet: „Introibo ad altare Dei, ad Deum, qie laetificat
jeventutem meam… (Zum Altare Gottes will ich treten, zu Gott, der mich erfreut von meiner Jugend an…)“. Der besondere historische Kontext zusammen mit dem höheren Lob auf den Herren, stellen den Kontext und den Hintergrund dar unter dem sich die KdStV Moeno-Franconia zu Frankfurt im CV selbst sieht.

In den ersten Jahren der KdStV Moeno-Franconia zu Frankfurt im CV fanden Veranstaltungen in den Räumlichkeiten unserer Mutterverbindung KdStV Hasso Nassovia und der KdStV Greiffenstein statt. Darübehinaus wurden Veranstaltungen im Bierkeller des Hotels „Frankfurter Hof“ abgehalten. Ab dem Sommersemester 1956 konnte die Verbindung ihre ersten eigenen Räume im Ratskeller im Römer beziehen. Leider mußten dieser Veranstaltungsort bald wieder aufgegeben werden und wir durften wieder auf die Räumlichkeiten unserer Mutterverbindung zurück greifen. Durch die starke Initiative von PhilX Dr. Hermann Seul und seiner Frau wurde ein Bauvorhaben in der Bleichstraße 62 begonnen und am 9. Mai 1961 dieses neue Heim eingeweiht. Nach zwölf Jahren mußte das Gebäude aufgrund von Bauvorhaben der Stadt und anderer Investoren verkauft werden, worauf uns unsere Mutterverbindung im WS 72/73 erneut aufgenommen hat.
Lange Jahre hat diese sich geduldig damit arrangiert, auch wenn diese Lösung keine wirkliche war. Erst im Jahre 2003 konnten wir ein drittes Heim im ehemaligen Eschersheimer Wasserturm einweihen, wo wir bis heute und auf absehbare Zeit sein können.

   
© K.D.St.V. Moeno Franconia im CV